Eine Art "Trachtenhaube"

Vor ein paar Jahren, 2001 genauer gesagt, nähte ich für eine liebe Freundin eine Festgewandung. Das entstandene Kleid (siehe unten) ist eine Mischung verschiedener Stile: italienische Renaissance mit burgundischen und Tudor-Elementen. Das ganze ist eben nicht fürs Reenactment gedacht sondern als Fantasygewandung. Passend dazu gibts eine Haube, die vom Erscheinungsbild und von der Machart her eine Mischung aus den Tudor/elisabethanischen Hauben und heimischen Trachtenhauben (speziell die sog. Bretthauben, typischer Vertreter ist die Wachauer Goldhaube). Die Entstehung dieser Haube habe ich Schritt für Schritt photographiert.

Der Scheitelteil war als Teil einer vorangegangen Haubenkonstruktion bereits vorhanden. Es ist auch nichts geheimnisvolles dran: einfach ein nur leicht geformtes, ansonsten gerades Stück mit Hutdraht in den Kanten und Steifleinen zwischen den äußeren Stoffschichten.

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Zunächst biegt man sich also ein Grundgerippe für den hinteren Haubenteil aus Hutdraht zusammen. Dabei fange ich immer mit einer groben Form, quasi der Umrandung, an die ich dann mit Draht ausfüllen, bis eine Art Käfig entsteht. Durch leichtes Knicken der Drähte in der Fläche kann man die Form noch genau einjustieren. Das ist die erste Schichte des Unterbaus.

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Als zweite Lage kommt ein einfacher Stoff und auf den Haubenboden zusätzlich etwas Wattierung drauf, damit dann der eigentliche Bezugsstoff leichter montiert werden kann und sich vor allem am Boden die Drähte nicht durchdrücken. Zuerst also an den Seiten den Stoff aufziehen und an den Drähten festheften.

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Dann folgen Wattierung und Stoff auf dem Haubenboden. Nun kann man die zukünftige Form schon recht gut erkennen.

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Die dritte Schichte: der eigentliche Bezusstoff, hier brauner Samt. Zuerst wird der Stoff wieder an den Seiten aufgezogen, da heißt in Falten gelegt, festgesteckt und dann am Gerippe angenäht. (Ab hier habe ich leider keine Bilder mehr.) Auch in der Mitte und in zwei Reihen wird der Stoff mit möglichst unsichtbaren Stichen niedergeheftet, damit die geschwungene Form des Unterbaus sichtbar wird. Dann erst kommt wieder der Haubenboden dran.

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Der rückwärtige Teil wird nun an den Scheitelteil genäht, es kommen als Verzierungen noch Bänder aus dem anderen Kleiderstoff (siehe Scheitelteil) und Gold- und Süßwasserperlen an den Kanten daran. Gefüttert wird die Haube ganz zum Schluß.

Nun aber! Bilder von der fertigen Haube und auch vom dazupassenden Kleid:

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work/haube01/start.txt · Last modified: 2007-03-05 22:42
 
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